Nachhaltigkeitstage des Grünen-Gockel-Teams:

Führung Gruppenklärwerk

Schönaich 08.06.2018

Über 20 Interessierte verfolgten mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen von H. Gorhan in der Schaltzentrale. Dort sind an einer Übersichtswand alle Schritte der einzelnen Stufen schematisch dargestellt.

Die Anlage wurde ursprünglich für ca. 25.000 Einwohner konzipiert, heute wird das Abwasser von ca. 30.000 Einwohner geklärt. Der Zweckverband wurde im Jahr 1969 gegründet, neben Schönaich wird das Wasser aus Holzgerlingen, Neuweiler und Breitenstein aufbereitet. Das ankommende Wasser wird von diversen Rechen vom groben Unrat (kl. Stöcke, Blätter, Papier etc.) befreit. Dann werden die bereits vorhandenen Bakterien durch eingeblasene Luft zum Wachsen angeregt und „Fressen“ sozusagen den biologischen Unrat. In nacheinander angeordneten Becken mit unterschiedlicher Wasserbewegung sammelt sich der Schlamm, um anschließend im großen Ruhebecken abgesaugt zu werden.

Klaeranlage1

Da mehrere hundert bis tausend Tonnen Klärschlamm jährlich anfallen, die noch viel Restwasser enthalten (hohe Lagerungs-, Transport- u. Entsorgungskosten), wurde weiter am „Wasserentzugskonzept“ gearbeitet.  Mittels Sonnenenergie wird dem Schlamm das Wasser entzogen, was die Schlammmenge erheblich reduziert. Dies geschieht in einem Glashaus mit Be- und Entlüftungssystem auf einer Betonfläche. Ein vollautomatischer Roboter - das "Elektrische Schwein" - durchmischt, wendet, belüftet und strukturiert den zu trocknenden Klärschlamm. Übrig bleiben trockene Krümel! Die Transport-u. Verwertungskosten wurden dadurch um ca. 75 % gesenkt und der Heizwert des Klärschlammes für die Energieerzeugung maßgeblich erhöht. Auch der vorentwässerte Klärschlamm aus Dettenhausen und Weil im Schönbuch und seit 2009 auch der aus Waldenbuch wird in Schönaich getrocknet. Mit einer Ausbaugröße von ca. 4.000 t/Jahr und einer Trocknungsfläche von 2.950 m² in vier Hallen ist dies eine der größten Anlagen ihrer Art in Deutschland.

Seit Mitte 2007 wurde ein Biogasbehälter mit nachgeschaltetem Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, ca. 50% der Energiekosten sind damit gedeckt.

Insgesamt vier Mitarbeiter sind auf der Kläranlage beschäftigt. Außerhalb der Arbeitszeiten erfolgt die Überwachung über Handy bzw. PC.

Klaeranlage2

Text: Heike Gäßler, Bilder: Andreas Rebmann

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