Kirchenheizung

"Heute wars wieder kalt in der Kirche" – dieser Satz ist in letzter Zeit häufig zu hören. Dem Kirchengemeinderat ist es ein Anliegen, dass sich die Kirchenbesucher wohlfühlen. Deshalb wird schon seit längerem untersucht, woran es liegt, dass die Kirche während des Gottesdienstes abkühlt und diese unangenehme Zugluft entsteht. Energiesparmaßnahmen sind nicht der Grund dafür, das wurde uns vom Energieberater des OKR bestätigt.

Als Ursache liegen mehrere Faktoren vor. Die Fenster haben sich mit den Jahren stark verzogen und sind wie die Kirchentüren undicht. An etlichen Stellen kann ins Freie geblickt werden. Die Hauptursache ist aber die Heizungsanlage in der Kirche.

Nachdem etliche Versuche, die Steuerung besser einzustellen, kaum Erfolg brachten, gab es im Sommer letzten Jahres einen Beratungstermin mit dem Fachmann der Heizungsfirma, die die Kirchenheizung 1972 installiert hat. Schon nach diesem Termin stand fest, dass eine Erneuerung der Heizungsanlage mittelfristig eingeplant werden muss. Im Herbst erfolgten mehrere Reparaturen, zurzeit werden sämtliche Luftschütz im Schaltschrank ausgetauscht.

Vor zwei Wochen war Herr Keßler von der Bauberatung des OKR vor Ort. Wenn es um Kirchengebäude geht, ist er der Experte. Das Ergebnis der Begehung war ernüchternd: Die Kirchenheizung wird nach seinen Einschätzungen noch maximal zwei bis drei Jahre funktionieren – und zwar bei pfleglicher Behandlung, was konkret heißt: Die Heizung sollte so wenig wie möglich in Betrieb sein.

Diese Empfehlung kann bei uns nicht umgesetzt werden, da neben den Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen unter der Woche Beerdigungsgottesdienste in der Kirche stattfinden. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, die Heizung unter der Woche komplett abzuschalten. Eine Grundtemperierung muss gehalten werden. Bei Außentemperaturen unter sechs Grad läuft die Heizung durchgehend.

Die Heizung wurde 1972 installiert. Der überwiegende Teil der Bankstrahler hat die mit maximal 30 Jahren angegebene Lebensdauer also deutlich überschritten. Nur wenige Heizstrahler wurden seither ersetzt. Das Alter der Heizstrahler macht sich deutlich bemerkbar: Sind die Heizstrahler an, ist an mehreren Stellen ein störendes Brummen zu hören. Außerdem sind die Spiegel der Heizstrahler mit den Jahren matt geworden, was zur Folge hat, dass die Wärme nicht mehr richtig abgestrahlt wird und dadurch manche Kirchenbänke bereits erste Schäden aufweisen.

Die 1986 nachträglich eingebaute Aufheizautomatik sorgt dafür, dass die Kirche langsam aufgeheizt und abgesenkt wird. Das ist z.B. für die Orgel wichtig, als Schutz vor Kondenswasser. Zusammen mit der Aufheizautomatik wurden Regler für die Maximal-Begrenzung eingesetzt, damit nicht an einer Stelle in der Kirche eine zu hohe Temperatur entsteht.

Ist die maximale Temperatur erreicht, schaltet die Heizung ab. Das wird sofort als unangenehm empfunden, weil dabei die kalte Luft nach unten sinkt und dadurch Zugluft entsteht.

Da bei der Behebung der Mängel mit erheblichen Kosten gerechnet werden muss, wird der Kirchengemeinderat alle Optionen sorgfältig prüfen.

Der Kirchengemeinderat bittet alle Kirchenbesucher um Verständnis.

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